Radstadt des Nordens - Quakenbrück plant ein Netz von Fahrradstraßen

Quakenbrück ist die kleine Stadt im Norden des Landkreises Osnabrück. Wie die „Hauptstadt“ Osnabrück liegt sie am Fluss Hase, und ist ebenso wie diese geschichtlicher, wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt ihrer Region, welches Artland heißt. Quakenbrück hat 13.300 Einwohner, davon wohnen rund 5000 im alten Ortskern. Vor einigen Jahren haben sich die Quakenbrücker Werbegemeinschaft Initiative Quakenbrück und die Stadt Quakenbrück darüber verständigt, Quakenbrück als „Radstadt des Nordens“ zu entwickeln.  
Zur Verbesserung der Binnenmobilität und der Verkehrssicherheit sowie zur Förderung des Radfahrens allgemein möchte Quakenbrück etwas tun: Es soll ein Netz von Fahrradstraßen geplant und ausgewiesen werden. Dies erstreckt sich im Ortskern etwa vom Bahnhof bis zum Artlandgymnasium und durch die Lange Straße am Marktplatz vorbei.
Wolfgang Driehaus (WD) vom ADFC Osnabrück wurde als Experte zu den Plänen befragt. Im Oktober traf er sich mit Frau Lampe und Herrn Möllman von der Verwaltung sowie dem Radstadtmanager Herrn Wüst zu einer Erkundungsfahrt durch Quakenbrück. Danach kann WD nur sagen: Die Absicht ist super, der Plan vernünftig und bei der Umsetzung kommt es auf Details an. Diese wichtigen Details der Umsetzung richten sich natürlich nach den Regelwerken wie Straßenverkehrsordnung und den Verwaltungsvorschriften, diese müssen eingehalten werden. Gut werden diese Fahrradstraßen vor allem dadurch, dass die dort geltenden Regeln offensichtlich sind und von allen Verkehrsteilnehmern intuitiv erfasst werden können. Dazu müssen beispielsweise Blickachsen an Einmündungen freigehalten werden, dazu gehört auch eine einheitliche Straßengestaltung und eine nachvollziehbare und möglichst einheitliche Vorfahrtregelung an allen Einmündungen. So kann der Fahrbahnbelag durchgehend und einheitlich rot und mit häufiger Wiederholung des Fahrradstraßensymbols gestaltet werden. Das Aufstellen von Schildern und am Anfang und Ende ein Fahrradstraßensymbol zu malen wird da sicher nicht reichen.
Ein Planungsmotiv der Stadt Quakenbrück ist Schulwegsicherheit. Die Fahrradstraßen sollen auf den Hauptrouten der radfahrenden Schüler liegen. Bisher ist mit den Fahrradstraßen nur das Artlangymnasium direkt erschlossen – mit zwei weiteren Schulen in der Innenstadt ist also noch  Luft nach oben für weitere Fahrradstraßen.

Zu dem Thema gibt es mehrere Beiträge in der NOZ:
Öffnet externen Link in neuem FensterNeue Osnabrücker Zeitung vom 13. 9. 2018

Öffnet externen Link in neuem FensterNeue Osnabrücker Zeitung vom 1. 10. 2018

Öffnet externen Link in neuem FensterNeue Osnabrücker Zeitung vom 26. 10. 2018

Das Beispiel von Quakenbrück zeigt wieder sehr schön, dass es vor allem das Wollen der Leitungen in den Kommunen vor Ort braucht, um etwas für den Radverkehr zu bewegen. Millionenschwere Förderungen von Bund und Land bringen nichts, wenn Ideen und Wollen, gepaart mit Eigeninitiative in den Kommunen fehlen.
Im Landkreis Osnabrück kennen wir noch andere Kommunen die wollen, z. B. die Gemeinde Wallenhorst, die schon auf eigene Faust ihren Teil der Trasse eines Radschnellwges beplant. Wir sehen aber auch Kommunen wie Melle, die immer noch handtuchschmale Radwege zum Stand ihrer Technik erklären  … und damit als Autostadt ganz weit vorne sind
 
13. 11. 2019, WD

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